Schwitzenfest 2.0 – Brink-Nord läuft heiß!
Wer sich noch an das Jahr 2023 erinnert, weiß: Damals wünschten wir uns fürs nächste Fest fünf Grad weniger. Der Wettergott hat sich diesen Wunsch offenbar notiert, drei Jahre liegen gelassen und dann beschlossen, ihn 2026 mit umgekehrtem Vorzeichen einzulösen: praller Sonnenschein, Temperaturen nahe der 30-Grad-Marke – das Schwitzenfest ging in die zweite Runde. Doch so viel sei vorweggenommen: Wer es nach dem Ausmarsch erst einmal in den Schatten unter die Linden auf dem Schützenplatz geschafft hatte, für den war die Lage bei einem kühlen Bier bestens auszuhalten. Brink-Nord kennt eben seine Kühlketten.
Los ging es wie immer am Mittwoch – und zwar zweigleisig. Während eine Abordnung der Jungschützen den Garten für die kommenden Festlichkeiten herrichtete, widmete sich der Rest der Truppe dem Schmücken der Brinkstraße. Dass der Brink baulich niemals stillsteht, ist ja mittlerweile eine Tradition für sich: Auch in diesem Jahr warfen neue Baumaßnahmen wieder frische Herausforderungen für den Schmückplan auf. Am neuen Gertrudium wurden daher kurzerhand zwei neue Mastenhülsen gesetzt – der Brink wächst, und sein Fahnenschmuck wächst mit. Nach getaner Arbeit klang der Abend traditionell beim maritimen Imbiss aus, diesmal wieder im Carport von Nicholas Müller-Lodde. Ein großer Dank gilt Paul Eik, der wie in jedem Jahr zuverlässig für den Fisch gesorgt hatte – bei den Temperaturen der kommenden Tage vermutlich die letzte Mahlzeit, die man guten Gewissens als „kühl und erfrischend“ bezeichnen konnte. ALLE FOTOS VON MITTWOCH


Der Donnerstag begann mit dem gemeinsamen Warm-up bei Hauptmann Jens im Garten – schließlich sollte an diesem Abend niemand unvorbereitet in die Festlichkeiten stolpern. Gut eingestimmt marschierte die Kompanie unter den Klängen der Stadtkapelle zu unserem Ehrenpräsidenten Burkhard Krapp. Dort wurde nicht nur die Fahne gehisst, sondern dem Jubilar auch ein kleines Ständchen zu seinem 90. Geburtstag dargebracht. Sichtlich gerührt bedankte sich Burkhard mit einer kleinen Rede – 90 Jahre, und der Brink steht immer noch stramm hinter seinem Ehrenpräsidenten. Herzlichen Glückwunsch, Burkhard!


Zurück bei Jens hieß es: direktes Antreten auf der Straße, denn der Spieß hatte einiges auf seiner Liste. Zunächst das Erfreulichste: Als neue Schützen begrüßen wir Moritz Deters und David Sieve, die nach ihrem Schnupperjahr nun fest zur Kompanie gehören, sowie Georg Schürmann und Sebastian Wolke. Und als hätte der Abend nicht schon genug Zuwachs beschert, stellte sich im weiteren Verlauf heraus, dass auch Maximilian Lodde nach rund zehnjähriger Pause wieder in die Kompanie eingetreten ist. Die Rückkehr des verlorenen Sohnes – das Gleichnis lässt grüßen, nur dass bei uns statt des gemästeten Kalbs ein gut gekühltes Bier bereitstand. Willkommen (zurück) euch allen fünf!
In Erklärungsnot geriet hingegen Thomas Hackstedt, dem feierlich sein verlorener Vaterorden zurücküberreicht wurde. Wie dieser am Schützenfestsamstag 2025 abhandenkommen und anschließend ausgerechnet im Gebüsch vor dem Pillhuhn landen konnte, ist bis heute nicht restlos aufgeklärt. Wer die ganze Geschichte hören möchte, fragt Thomas am besten selbst – die Version wird mit jedem Bier besser.
Anschließend wurde es wieder feierlich: Unter den Klängen der Stadtkapelle ging auch die Fahne des Hauptmanns würdevoll an der Stange nach oben. Damit waren alle Bedingungen für ein gelungenes Schützenfest erfüllt und im Garten konnte die mittlerweile schon liebgewonnene „öffentliche Probe“ der Stadtkapelle beginnen. Die Stimmung stieg mit jedem Stück – und spätestens beim Stimmungsprogramm hielt es niemanden mehr auf den Bierbänken.
DAS Highlight des Abends folgte dann mit der Enthüllung des Straßenbanners zu Ehren unseres Kinderkönigspaars Henrich und Johanna. Die beiden bedankten sich – tatkräftig unterstützt von ihren Vätern – für ein unvergessliches Königsjahr voller besonderer Momente, und auch die Kompanie ließ es sich nicht nehmen, ihrem Königspaar zum Abschluss noch Geschenke zu überreichen. Henrich und Johanna, es war uns eine Ehre, euer Königsjahr mit euch zu feiern!
So feierte die Kompanie noch lange feuchtfröhlich im festlich geschmückten Garten. Mit Blick auf die angekündigten Temperaturen der kommenden Tage wurde dabei bereits gewissenhaft die Hydration trainiert – schließlich macht es die derzeit laufende Fußball-WM mit ihren offiziellen „Hydration Breaks“ vor: Wer bei Hitze Leistung bringen will, muss regelmäßig trinken. Dass der ein oder andere Schütze es mit dem Trainingspensum etwas zu genau nahm und im Laufe des Abends kurzzeitig die Vertikale gegen bequemere Positionen eintauschte, trübte das Gesamtbild nur minimal. Übungsleiter würden sagen: Die Grundlagenausdauer stimmt. ALLE FOTOS VON DONNERSTAG





Vom freien Manöver am Freitag ist – wie so oft – nur wenig überliefert. Bekannt ist lediglich, dass sich diverse kleinere Grill-Gruppen zusammenfanden und einzelne Abordnungen im Anschluss noch befreundeten Kompanien einen Besuch abstatteten. Alles Weitere entzieht sich der offiziellen Berichterstattung – und vielleicht ist das auch besser so. Die Chronistenpflicht endet bekanntlich dort, wo die Beweislage dünn wird. Festzuhalten bleibt nur: Am Samstagmorgen waren alle wieder da, und das ist am Ende die Hauptsache. ALLE FOTOS VON FREITAG
Der Samstag begann in diesem Jahr mit einer besonderen Ehre: Da das III. Bataillon den amtierenden König stellte, waren Hauptmann Jens und Spieß Benedikt zum offiziellen Empfang der Stadt eingeladen und begleiteten dabei auch unser Kinderkönigspaar. Nach diversen Reden, klangvollen Märschen von Spielmannszug und Stadtkapelle sowie dem traditionellen Aufstieg der Friedenstauben stand für alle Schützenbrüder und -schwestern am Mittag die Schützenmesse an. Und die lieferte wieder diesen einen Moment, für den es keine Worte braucht, wir es aber trotzdem versuchen: Wenn die vollbesetzte Kirche – getragen von überwiegend klangvollen Männerstimmen – die Gesänge mitträgt und die Stadtkapelle dazu aufspielt, stellt sich verlässlich Gänsehaut ein. Trotz 30 Grad. Als Zelebrant glänzte einmal mehr unser Militärdekan Torsten Stemmer.
Den Kinderumzug nahm die Kompanie anschließend wie gewohnt vom Brinker Balkon des Schützenbruders Alexander ab – allerdings womöglich zum letzten Mal. Denn hier steht ein Verkauf an und ob dieser Aussichtspunkt der Kompanie noch einmal zur Verfügung stehen wird, ist derzeit offen. Also wurde gebührend Abschied gefeiert von jahrelanger erster Reihe mit dem verlässlich kältesten Bier des Wochenendes. Sollte es tatsächlich das Finale gewesen sein: Danke, Balkon. Du warst eine Loge.



Mit dem Taxi ging es anschließend zum Platz, wo letzte kühle Getränke unter den Linden die Truppe auf das vorbereiteten, was folgen sollte: der Festkommers im großen – und bei diesen Temperaturen vor allem großartig warmen – Zelt. Neben stimmungsvollen Grußworten erwartete uns dort die ultimative Highlight-Festrede unseres Landrats Tobias Gerdesmeyer. Der nahm gewohnt pointiert so ziemlich jeden aufs Korn – auch wir bekamen unser Fett weg, wobei andere Kompanien und Einzelpersonen deutlich härter getroffen wurden. Bei uns blieb es bei einer neckischen Bemerkung über die Körpergröße unseres Spießes. Wir stellen dazu fest: #dubistgroßgenuuuug
Natürlich gab es auch Grund zum Feiern: Für 40-jährige Vereinszugehörigkeit wurden unsere Schützenbrüder Lukas Eckhoff und Carl-Arndt Krapp geehrt. Herzlichen Glückwunsch euch beiden und danke für die langjährige Treue!
Nach einer weiteren kurzen Hydration Break auf dem Platz setzte sich das Regiment um 22 Uhr in Bewegung zum großen Zapfenstreich zu Ehren seiner Majestät König Martin Gier im Heinz-Dettmer-Stadion. Ganz ehrlich: Bei auf Tribünen sitzenden Schützen wollte im Stadion nur bedingt Atmosphäre aufkommen – Stimmung geht anders. Für den König aber war es eine würdige, feierliche Zeremonie mit einer durchaus fetzigen Serenade, und das zählt am Ende. Anschließend wurde jeder seinem eigenen Schicksal überlassen und das Regiment in die Nacht entlassen – mit dem klaren Auftrag, am frühen Morgen wieder einsatzbereit zu sein. Manche interpretierten „früh“ dabei großzügiger als andere. ALLE FOTOS VON SAMSTAG



Der Schützenfestsonntag begann wie gewohnt mit der Kranzniederlegung des Vorstands zu Ehren der Gefallenen beider Weltkriege und der verstorbenen Schützenbrüder. Anschließend trafen alle Schützenbrüder im Kompanielokal „Altes Rathaus“ ein, wo uns erstmals unser neuer Kompaniewirt Musti empfing – herzlich willkommen am Brink! Das kurze Warm-up bei kühlem, frisch gezapftem Veltins mündete im offiziellen Kompaniefoto, das in diesem Jahr eine Premiere feierte: Auf den neuen Stufen hinter dem Gertrudium präsentierte sich die Kompanie mit ganz neuem Blick auf die St. Gertrudkirche. Man könnte fast sagen: Die Baumaßnahmen am Brink zahlen sich langsam aus.
Traditionell folgte dann das Highlight des Sonntags: die Ordensverleihungen. Bei der Vielzahl an Ehrungen hier die Übersicht:
- Als Neuschütze wurde Maximilian Lodde offiziell eingeführt – der verlorene Sohn ist damit auch ordnungsgemäß beurkundet.
- Den Vaterorden für erfolgreiche Nachwuchsproduktion erhielten Christoph Averbeck und Florian Schröder.
- Der Orden für Kameradschaft ging in diesem Jahr an Fabio Maier.
- Für besondere Verdienste wurde Julius Buschmann ausgezeichnet, der beim Kompaniefest und weit darüber hinaus unheimlich engagiert mit angefasst hat.
- Nachgereicht aus 2025 wurden die Orden für Norbert Lodde (40 Jahre Mitgliedschaft) und Tom Meistermann (Bataillonsfahnenträger 2024/25).
- Beförderung: Niklas Hilker, unsere verlässliche Schießaufsicht der letzten Jahre, ist nun Unteroffizier.
In Erklärungsnot geriet derweil Michel Deters: Der Wanderorden „Leistungsbester im Leistung leisten“ galt zwischenzeitlich als verbummelt – war aber, wie sich herausstellte, nie wirklich verloren. Es wurde einmal gründlich aufgeräumt und der Orden ordnungsgemäß zurücküberreicht. Der Fall Hackstedt vom Donnerstag lässt grüßen: Ordensverluste scheinen am Brink eine eigene Disziplin zu werden – immerhin mit hoher Wiederfindungsquote.
Auf dem Antreteplatz des Bataillons folgten weitere Auszeichnungen: Tom Meistermann erhielt den Majorsorden 2026 und Carsten Burkhard wurde zum Leutnant befördert – er hatte die „Königs-Triple“-Pins für das gesamte III. Bataillon gestiftet, mit denen an den historischen Dreifacherfolg von 2025 erinnert wird.











Mit starken 42 Schützenbrüdern marschierten wir schließlich aus – als Königsbataillon allerdings mit Jacke, was die ohnehin gut laufende Schweißproduktion noch einmal spürbar ankurbelte. Und damit nicht genug: Als Königsbataillon durften wir als letzte vom Regimentsantreteplatz losmarschieren. Rund eine Stunde Wartezeit in praller Sonne auf großer versiegelter Fläche – die dringend benötigte Hydration Break musste also warten; die WM-Schiedsrichter hätten hier längst unterbrochen. Nach dem anschließenden halbstündigen Marsch auf den Schützenplatz war das kühle Bier unter den Linden schließlich eine Wohltat für alle – wobei an diesem Tag bemerkenswerterweise fast genauso viele Wasserkisten im Stuhlkreis standen wie Bierkisten. Das Schwitzenfest 2023 hat offenbar nachhaltig geschult.
Den Abend verbrachten wir in diesem Jahr standesgemäß als Königsbataillon auf dem Schützenplatz: eine im wahrsten Sinne coole Party bei Tanz und Live-Musik im Festzelt, gemeinsam mit dem amtierenden Thron. Eine unvergessliche Nacht! Und als hätte der Wettergott ein Einsehen gehabt, kühlte es über Nacht zumindest etwas ab – ehe für den Montag dann endlich die erlösende Nachricht kam: Marscherleichterung ist angekündigt. ALLE FOTOS VON SONNTAG



Absolut fabelhaft startete der Montag: Mit Musti hatten wir hervorragende neue Bedingungen für das Frühstücksbuffet – es lief alles runder, es schmeckte vorzüglich und die gesamte Kompanie fand einen guten Start in den Tag. Theo Vorwerk erfreute die Runde erneut mit seinen mittlerweile berühmten Worten zum Montag. Für eine Überraschung sorgte dann der Besuch des Majors des II. Bataillons, der eigens den Weg zu uns gefunden hatte, um Thomas Bojes den Verdienstorden des II. Bataillons zu verleihen. Wenn schon die Nachbarbataillone anreisen, um Brinker auszuzeichnen, muss man sich um den Ruf der Kompanie wohl keine Sorgen machen.
Mittags trat die Kompanie schließlich zur Verleihung der Schießorden an – was sich als unerwartet schwierig erwies, denn der Hauptmann hatte nach vier Festtagen absolut keine Stimme mehr. Man könnte sagen: Der Einsatz der letzten Tage war hörbar. Zum Glück eilte Jakob Arlinghaus mit einem Em-eukal zur Hilfe, sodass die Stimmbänder temporär reaktiviert werden konnten. So konnten die kompanieinternen Schießergebnisse verkündet werden: Platz 3 ging an Marius Freude mit 18 Ringen, Platz 2 an Florian Schröder mit ebenfalls 18 Ringen und Platz 1 sicherte sich Thomas Hackstedt mit 19 Ringen. Herzlichen Glückwunsch!
Ein großer Dank ging an dieser Stelle an unseren Wirt Musti und sein Team für die hervorragende Betreuung der Kompanie – was für ein gelungener Einstand! Ebenso dankte der Hauptmann seiner Frau Maria für ihren unermüdlichen Einsatz rund um das Donnerstagsfest. Er versprach zugleich, dass sich die Kompanie um die Instandsetzung der abgebrochenen Hortensien kümmern werde. Der Garten hat für die Kompanie gelitten – die Kompanie wird es dem Garten zurückzahlen.







Damit ging es ein letztes Mal auf den heißen Platz. Was dort noch geschah? Marius Freude übernahm von Nils Eckhoff die Ausstattung des Sanitätsschützen für das kommende Jahr – Flüssig-Doping und Deoschub sind damit auch 2027 gesichert. Florian Schröder gewann nach einem harten Stechen den Wanderorden „Verdeckte Scheibe“. Am Abend knallte es dann nochmal richtig, als bekannt wurde, dass Thomas Hackstedt den sensationellen 3. Platz im Regiment sichern konnte. Nach seinem Sieg in der Kompaniewertung erzielte er beim Königsschießen 29 Ringe und legte in den drei Stechsätzen sagenhafte 20, 24 und 21 Ringe nach. Nach Platz 9 im Vorjahr nun Platz 3 – eine WAHNSINNSLEISTUNG! Wer die Entwicklung dieser Kurve weiterdenkt, weiß, was das für 2027 bedeutet…
So schloss die Kompanie den Abend gemeinsam auf dem Platz ab und feierte bis tief in die Nacht – die erstmals wieder das Wort „kühl“ verdiente, denn ein Regenschauer hatte endlich für die lang ersehnte Abkühlung gesorgt. Der Wettergott hatte also doch noch ein Einsehen. Nur eben, wie es sich für ein ordentliches Schützenfest gehört: erst nach Dienstschluss.
Was bleibt am Ende dieses Schwitzenfests 2.0? Vier Tage pralle Sonne, ein rekordverdächtiger Wasserverbrauch, unzählige Hydration Breaks – und eine Kompanie, die bewiesen hat, dass sie auch bei 30 Grad nicht heißläuft, sondern zur Höchstform aufläuft. 2023 wünschten wir uns fünf Grad weniger. Diesmal formulieren wir vorsichtiger: Lieber Wettergott, wir nehmen 2027 gern das Wetter deiner Wahl – Hauptsache, das kühle Bier unter den Linden bleibt. Und wer weiß: Wenn Thomas seine Ringkurve weiter so fortsetzt, feiern wir das nächste Fest vielleicht ganz oben.
Auf unsere phänomenale Kompanie ein dreifach donnerndes „Schuss heil“! ALLE FOTOS VON MONTAG








